Warum der Waldboden eine Extra-Portion Schutz braucht

Warum Waldboden so wichtig für die Gesundheit von Bäumen ist

Der Name TreePlantingProjects lässt es vermuten: Bei uns stehen vor allem Bäume im Vordergrund – sei es durch Waldumbau in Kooperation mit Landbesitzer*innen oder unsere Aufforstungsaktionen im Frühling und Herbst.

Damit die angepflanzten Bäume letztlich aber ihr ganzes Potenzial entfalten können, braucht es eine gute Basis. Besser gesagt: einen gesunden Boden. 

In diesem Blogpost sehen wir uns den Waldboden genauer an und erklären, warum er mindestens genauso viel Schutz braucht wie die Bäume, die auf ihm wachsen.

Der Waldboden: Viel mehr als Wurzeln und Moos

Erste Impulse in Bezug auf den Waldboden sind wahrscheinlich Wurzeln, Moos, tote Äste und vielleicht noch ein paar Spinnen, die zwischen den Blättern hindurch rascheln. In der Bodenschicht unter unseren Füßen tummelt sich allerdings ein regelrechtes Mini-Universum. In ungefähr einer Handvoll Waldboden stecken mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde leben: Insekten, Regenwürmer, Tausendfüßler, Asseln, Spinnen, Ameisen und Schnecken, aber auch viel kleinere Lebewesen, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Zwischen Moosen, Flechten und niedrigen Pflanzen zerkauen sie herab gefallene Nadeln und Blätter zu Humus und je dunkler der Humus schließlich ist, umso fruchtbarer ist er.

Die Bäume können die freigesetzten Nährstoffe nun mit ihren Wurzeln wieder aufnehmen und der Kreislauf schließt sich. Damit diese Wunderfabrik der Natur genug Futter zum Verarbeiten hat, braucht es logischerweise das Laub und die Nadeln der Bäume. Und selbst dann dauert es bis zu 100 Jahre, bis sich ein weiterer Zentimeter Boden gebildet hat.

Blick von oben auf Waldboden mit Laub (Eichenblätter)

Die 3 Superkräfte des Waldbodens: Schutz, Filter und Nährstofflieferant

Natürliche Böden und vor allem aber gesunde, humusreiche Waldböden sind essenziell für die Umwelt, das Klima und uns Lebewesen. Bäume ziehen überlebenswichtiges Wasser und Nährstoffe aus dem Boden und sind für ihre Fotosynthese auf eine Vielzahl von Mineralien angewiesen. Geht es dem Boden schlecht, können auch Bäume nicht richtig wachsen.

Zweitens sind Waldböden natürliche Schadstofffilter: Sie binden Schwermetalle und Luftschadstoffe, die durch das Regenwasser in den Boden eindringen, um sie dann mithilfe von Bodenorganismen umzuwandeln und abzubauen. Von dem Ergebnis, also reinem (Trink-) Wasser, profitieren dann Pflanzen und Lebewesen.

Die dritte Superkraft eines gesunden Bodens in die Speicherfähigkeit von großen Wassermengen. Bei starken Regenfällen oder Hochwasser nimmt die Erde das Wasser auf und kann es in trockenen Zeiten wieder an die Pflanzen abgeben. So wird die Vegetation vor Austrocknung und Erosion geschützt.

Die Gefahren für den Waldboden: Luftverschmutzung, Erosion, Bebauung

Durch Düngemittel, CO₂, aber auch eine unnatürliche Aufforstung mit Nadelbäumen, wird die Qualität der Böden immer schlechter und sie versauern. Lebewesen können in einem solchen Milieu meist nicht überleben und sterben oder verschwinden. Darüber hinaus entsteht ein trauriger Teufelskreis: Da saure Böden weniger Humus bilden, Schadstoffe schlechter umwandeln und weniger Nährstoffe produzieren, geht es auch den Bäumen schlechter, die wiederum weniger gesunde Blätter und Äste ausbilden können.

Ein Fliegenpilz wächst auf Waldboden umringt von Gehölz

Die Funktionen des Waldes reichen jedoch weit über die Kohlenstoffspeicherung hinaus – und dazu zählen nicht nur die Bäume, sondern auch der Waldboden. Wälder können durch ihr Wurzelgeflecht im Boden Erosion durch Wind oder Wasser verhindern, und gesunde Waldböden, in die sich Wurzeln verankern können, sind dafür ein essenzieller Faktor. Durch extreme Abholzung jedoch verwandeln sich die Böden in karge Ebenen und verlieren, wie durch die Schadstoffbelastung, nicht nur den Großteil ihrer Nährstoffe, sondern auch ihre Schutzfunktion. Und vor allem Letzteres wird zum Problem, wenn Menschen weltweit durch den Klimawandel von immer heftigeren Fluten und Regenfällen betroffen sind.

Die Bebauung ist drittens ein weiterer Faktor für die Gesundheit von Böden. Dabei geht es vor allem um die Quantität von gesunden Flächen, die den Bäumen die nötigen Nährstoffe für ihre Wurzeln schenken. Durch versiegelte Flächen fließt das wertvolle Regenwasser außerdem nicht mehr in die Böden, sondern wird abgeleitet in die Kanalisation und verringert damit sauberes Grundwasser.

Den Waldboden schützen? So gehts!

Mit ein paar Maßnahmen kannst du nicht nur die Bäume, sondern auch den Waldboden schützen:

  • Kaufe, wenn möglich, überwiegend regionales und saisonales Obst und Gemüse in Bioqualität, um einer Überdüngung der Böden vorzubeugen.
  • Durch weniger Fleischkonsum sorgst du dafür, dass weniger Futterpflanzen für Tiere angebaut werden müssen und Regenwald abgeholzt wird.
  • Und wenn du ganz konkret mit anpacken willst, unterstütze uns mit einer Spende oder nimm‘ an der nächsten Pflanzaktion teil.


Mit unseren Aufforstungsaktionen sorgen wir nicht nur für mehr Bäume auf der Welt, sondern auch für gesündere Böden. Melde dich hier an und erfahre, wenn wir wieder #GemeinsamAufbäumen.

Titelbild von Alex Kolodziej auf Unsplash

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