Der Wald im Sommer: Was es jetzt zu entdecken gibt

Wald im Sommer

Na, genießt du diese warmen, langen Sommertage voller Sonnenschein und Leichtigkeit? Oder schmilzt du im (Home) Office dahin und freust dich schon jetzt auf die kühle Frische des Herbsts?

Für alle, die den Sommer genießen wollen, aber keine Lust auf Hitze und überfüllte Badeseen haben: Ab in den Wald, denn der Wald im Sommer übt eine ganz eigene Faszination aus. Und weil unser Blog Post rund um den Wald im Frühling so gut bei euch ankam, führen wir diese Reihe hiermit weiter.

Also: Schnell noch diesen Beitrag lesen und dann ab in die Natur.

Fiepen, Petrichor und allerlei zu naschen: Das ist der Wald im Sommer

Der Sommer ist die Jahreszeit für Wachstum. Sofern die Bedingungen stimmen, also genug Wasser und Nährstoffe zur Verfügung stehen, bilden die Bäume jetzt neue Triebe, Knospen und Blätter sowie breite, helle Holzringe in ihren Stämmen. Auch unterirdisch passiert jetzt viel: Die Wurzeln nutzen die warmen Sommermonate, um zu wachsen – so schaffen sie eine gute Basis für die Wasserversorgung des Baumes und sorgen für seine Standfestigkeit.

Das kannst du jetzt fühlen, sehen und schmecken

Das Wasser aus dem Boden sorgt für einen (im wahrsten Sinne des Wortes!) coolen Effekt: Vom Baum wird es durch den Stamm bis in die dünnsten Äste und Blätter gepumpt, wo es schließlich verdunstet und die sogenannte Verdunstungskälte produziert. Deshalb ist die Luft im Wald trotz hoher Temperaturen immer etwas kühler als an anderen Orten. Es lohnt sich also, für die nächste Erfrischung nicht an den lauwarmen Badesee, sondern einfach in den Wald zu fahren.

Wer sich Laubbäume genauer ansieht, erkennt die Licht- und Schattenblätter: Lichtblätter sind klein, dicker und „leistungsfähiger“ als die großen Blätter und eher im äußeren Bereich einer Baumkrone zu finden. Die Schattenblätter sind eher im Inneren und größer. Sie benötigen mehr Fläche, um so viele Sonnenstrahlen wie möglich einzufangen und so ihr Wachstum zu garantieren. Bäume nutzen so das einfallende Licht in seiner Gänze aus.

Was du im Sommer im Wald erleben kannst
Foto von Erik van Dijk auf Unsplash

Darüber hinaus wachsen in dieser Jahreszeit zahlreiche Pflanzen, die mit ihrer Farbenpracht begeistern: zum Beispiel der gelbe Gilbweiderich, den man an lichten Waldstellen findet, der lilafarbene GünselGoldnesseln oder der purpurfarbene Waldziest.

Der Wald im Sommer ist aber vor allem eine kulinarische OffenbarungBrombeerenBlaubeerenHeidelbeerenPreiselbeeren und Walderdbeeren sind jetzt reif und können gesammelt werden. Bedenken vor dem Fuchsbandwurm sind in den meisten Fällen unbegründet. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, wäscht die Früchte vor dem Verzehr.

Außerdem beginnt mit den Pfifferlingen, dem Parasol und im Spätsommer mit den Steinpilzen langsam die Pilzsaison. Bitte bedenke aber, dass viele Pilze giftige Doppelgänger haben, die nicht selten tödlich sein können. Sammle und esse deshalb immer nur Pilze, die du zu 100 % als essbar identifizieren kannst.

Hörst und riechst du das?

Wenn du bei deinem nächsten Waldspaziergang besonders leise bist, hörst du vielleicht ein Fiepen. Das könnte ein Rehkitz sein, das gut versteckt im Gebüsch oder im hohen Gras auf einer Waldlichtung nach seiner Mutter ruft. Oder auch das Reh selbst, um Rehböcke anzulocken. Während der Sommermonate ist die sogenannte Blatt- oder Brunftzeit und vor allem Rehböcke, die jetzt auf Brautschau sind, können dadurch zu einer Gefahr für den Straßenverkehr werden: Auf Waldstraßen kommt es in der Morgen- und Abenddämmerung, während der Nacht und bei Nebel, verstärkt zu Wildwechsel. Falls du mit dem Auto unterwegs bist, fahre zu diesen Zeiten bitte besonders umsichtig, um Wildunfälle zu vermeiden.

Auch bei Hasen, Igeln, den Buntspechten und Blindschleichen sowie Dam- und Rothirsch gibt es Nachwuchs und wenn du viel Glück hast und dich vorsichtig bewegst, kannst du in der Dämmerung vielleicht einen neugierigen Jungfuchs sehen.

Und wie im Frühlings-Beitrag möchten wir auch in diesem Blogpost alle Sinne abdecken und klären zuletzt noch, warum Sommerregen so besonders riecht. Der Grund dafür ist die Kombination aus:

  • Wärme und Trockenheit vor einem Regenguss
  • Pflanzenausdünstungen, die sich als öliger Film auf den Blättern sammeln
  • Geosmin, der typisch erdig-modrige Duft und
  • Steinstaub

Wenn sich die Regentropfen mit diesen Stoffen vermischen, entsteht der sogenannte „Petrichor“ – zusammen gesetzt aus den griechischen Wörtern für „Stein“ und „Flüssigkeit, die durch göttliche Adern fließt“.

Den Sommer genießen und bereit machen für unsere Aktionen im Herbst

Hier nochmal zusammengefasst, was es im Sommer zu erleben gibt:

SEHEN: Die unterschiedlichen Blattarten und herrlich bunten Blüten.

SCHMECKEN: Zahlreiche Beerensorten und essbare Pilze – vielleicht bei einer Pilzwanderung mit Experten?

HÖREN: Ein leises Fiepen – kommt es vom Reh selbst oder ihrem Kitz?

FÜHLEN: Die kühle, erfrischende Luft, die von den Bäumen abgesondert wird.

RIECHEN: Den unvergleichlichen Geruch von Sommerregen.

Genieße den Sommer, achte auf genügend Sonnenschutz und falls dir Spaziergänge im Wald zu wenig sind: Im Juli finden noch einige unserer Pflegeaktionen statt, bei denen unser Team Flächen ausgrast und so junge Bäume vor Überwucherung schützt. Du willst dabei sein?

Melde dich für auf unserer Plattform für eine Aktion in deiner Nähe an und vielleicht entdecken wir den Wald im Sommer gemeinsam. Wir freuen uns auf dich!

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