Sommer heißt Ausgrasen. Und was heißt Ausgrasen?

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Im Frühling und Herbst forsten wir auf. Und was macht TreePlantingProjects im Sommer? Die Antwort: Kulturpflege. Genauer: Begleitwuchsregulierung. Konkret: Ausgrasen. Was das ist, wieso und wie wir es machen, erklären wir dir in diesem Artikel.

Was ist Ausgrasen?

Um unser Ziel von einer Million Bäume in Bayern bis 2024 zu erreichen, forsten wir Wälder von Privatbesitzern auf. Aber nach unseren Pflanzaktionen ist unsere Arbeit noch nicht getan. Damit sich ein gesunder, klimastabiler Mischwald entwickeln kann, müssen wir die Fläche in den Jahren nach der Aufforstung auch pflegen. Im Sommer nach der Bepflanzung muss die Vegetation rund um die gepflanzten Bäumchen entfernt werden. Andernfalls bekommen sie nicht genug Licht ab, um weiter gedeihen zu können.

Zu viel Begleitwuchs mindert nämlich den Anwuchserfolg. Denn die Bäume konkurrieren mit Gräsern und Sträuchern um Licht, Wasser und Nährstoffe. Je jünger das Bäumchen, desto größer ist die Gefahr, dass es von der umliegenden Flora überwuchert wird. Wer einen Wald möchte, muss das verhindern. Deshalb müssen Aufforstungsflächen so früh wie möglich von diesem Begleitwuchs befreit werden.

Denn wenn die jungen Bäume komplett überwuchert sind, findet man sie nicht mehr so leicht und sie können beim Ausgrasen beschädigt werden. Das Ausgrasen ist besonders in den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung wichtig. Sobald die Bäume zwischen 1,5 und 2 Meter hoch sind, ist die Gefahr der Überwucherung meist gebannt.  

Begleitvegetation hat übrigens auch positive Effekte, deshalb spricht man auch nicht von Unkraut. Die Flora rund um die Bäumchen schützt die Pflanzen vor Überhitzung, Bodenaustrocknung, Strahlungsforst, Erosion und durch Ablenkung teilweise vor Wildverbiss. 

Wie geht TPP beim Ausgrasen vor?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man beim Ausgrasen vorgehen kann. Wir haben uns im letzten Jahr für die Methode „Elefantenherde“ entschieden und sie für gut empfunden.

Statt die Begleitflora mit Handsensen oder Sicheln zurückzuschneiden (was nur einen Wachstumsimpuls in den Pflanzen auslösen würde), treten wir die Vegetation um die gepflanzten Bäume einfach mit den Füßen platt. Man nennt das auch Freitreten. So bekommen die Setzlinge wieder Licht und wachsen schön weiter.

Wir sind immer darauf bedacht, möglichst naturschonend vorzugehen. Deshalb fahren wir nicht mit schweren Geräten in den Wald und verzichten auch beim Ausgrasen auf motorische Unterstützung. Zwar schafft man mit einem Freischneider recht schnell große Flächen, aber mit fleißigen Trampelhelfern kommt man auch ratzfatz voran. So richten wir keinen Schaden an und das Wasser der Vegetation bleibt im Wald.

Gleichzeitig können wir bei dieser Ausgras-Methode kontrollieren, wie viele Bäume gut angewachsen sind. Beim Pflanzen markieren wir die Bäume mit Bambusstäben. An ihnen orientieren wir uns auch beim Ausgrasen. Wenn ein Baum nichts geworden ist, entfernen wir den Stab. So können wir unsere Ausfallquote errechnen. Im letzten Sommer lag sie bei weniger als zehn Prozent.

Mach mit!

Im Juni und Juli sind wir auf unseren Flächen rund um Ansbach zum Ausgrasen unterwegs. Wir freuen uns, wenn du uns unterstützt und mit uns durch den Wald trampelst.

Während das Bäume pflanzen je nach Bodenbeschaffenheit und Steigung der Fläche auch mal ziemlich anstrengend sein kann, ist ausgrasen sehr entspannte Arbeit. Auch Kinder können mitmachen.

Wir geben dir vor Ort natürlich nochmal eine Einweisung. Du solltest lediglich mit festem Schuhwerk und langer Kleidung kommen. Denn die Brombeeren im Wald sind ziemlich stachelig und gelegentlich sehr hoch. Du willst wirklich nicht mit ihnen auf Tuchfühlung gehen. Also lass T-Shirt und kurze Hose zuhause.

Das wars auch schon mit den Anforderungen. Meld dich doch gleich auf unserer Plattform für eine Aktion in deiner Nähe an. Bis bald im Wald!

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