Unser Ansatz für ein lan­ges (Baum-)Leben

Baum

Ihr lan­ger Lebens­zy­klus macht Bäu­me zu idea­len CO2-Spei­chern. Gleich­zei­tig stellt er aber auch eine Her­aus­for­de­rung für Kli­ma­schüt­zer und Forst­wir­te dar. Bei der Kon­zep­ti­on von TPP und unse­ren Pro­jek­ten wer­den Pro­ble­me, die in die­sem Zusam­men­hang ent­ste­hen, bedacht. Das gilt sowohl für den Erwerb und die Pach­tung von Land als auch für die Vor­be­rei­tung, Bepflan­zung und Pfle­ge unse­rer Flä­chen.

800 Jah­re sind ein Zeit­raum, der für uns Men­schen kaum zu über­bli­cken ist. Gehen wir 800 Jah­re in der Geschich­te zurück, so lan­den wir im 13. Jahr­hun­dert. Zu die­ser Zeit regier­ten über­all in Euro­pa noch Köni­ge, und aller­lei Möch­te­gern-Erobe­rer bra­chen zu Kreuz­zü­gen ins Hei­li­ge Land auf. Die meis­ten tech­ni­schen Errun­gen­schaf­ten, die unser Leben erleich­tern, lagen noch in fer­ner Zukunft. Selbst auf eine heu­te so selbst­ver­ständ­lich anmu­ten­de Erfin­dung wie den Buch­druck muss­te die Welt noch rund zwei­hun­dert Jah­re war­ten. Und trotz die­ser gewal­ti­gen zeit­li­chen Distanz kann man in Deutsch­land noch immer auf leben­di­ge Zeu­gen die­ser ver­gan­ge­nen Tage sto­ßen: Eini­ge hei­mi­sche Baum­ar­ten, wie zum Bei­spiel die Eiche oder Lin­de, kön­nen näm­lich durch­aus 800 oder gar 1000 Jah­re alt wer­den. Im Lau­fe eines sol­chen Baum­le­bens ver­ge­hen bis zu 30 Men­schen­ge­nera­tio­nen.

Jahr­hun­der­te­al­te CO2-Spei­cher

Für den Wald­bau – und ganz beson­ders für kli­maori­en­tier­te Pflanz­pro­jek­te wie TPP – birgt der lang­sa­me Lebens­zy­klus von Bäu­men sowohl Chan­cen als auch Risi­ken. Wenn es dar­um geht, Koh­len­stoff­di­oxid auf lan­ge Sicht zu spei­chern, kann man sich kaum ein bes­se­res Medi­um wün­schen als den Wald. Selbst schnell wach­sen­de Arten wer­den bis zu 150 Jah­re alt. Das Maxi­mal­al­ter unse­rer hei­mi­schen Arten liegt aber im Mit­tel ein gan­zes Stück höher. Vie­le Bäu­me bin­den den Schad­stoff also über meh­re­re Jahr­hun­der­te. Und neben der Eig­nung als CO2-Spei­cher ist selbst­ver­ständ­lich auch die Funk­ti­on des Wal­des als Nah­erho­lungs­ge­biet und Lebens­raum für eine Viel­zahl von Tier­ar­ten nicht zu unter­schät­zen. Jeder neu gepflanz­te Baum, der sein „Erwach­se­nen­al­ter“ erreicht, kann des­halb als lang­fris­ti­ge Inves­ti­ti­on in Umwelt, Kli­ma und unse­re all­ge­mei­ne Lebens­qua­li­tät betrach­tet wer­den.

Sportler im Wald
Über sei­ne Umwelt­funk­tio­nen hin­aus dient der Wald als wich­ti­ges Nah­erho­lungs­ge­biet. Foto: pixabay

Lang­sa­mes Wachs­tum – lang­sa­me For­schung

Dass Bäu­me so lan­ge leben, bedeu­tet aber auch: geruh­sa­mes Wachs­tum. Und das bringt meh­re­re Pro­ble­me mit sich. So wird es noch eini­ge Jah­re dau­ern, bis die Kli­ma­be­stän­dig­keit der Arten und Wäl­der, die wir heu­te pflan­zen, auf die Pro­be gestellt wird. Und gera­de weil es so lan­ge dau­ert, bis sie aus­ge­wach­sen sind, lässt sich selbst unter Labor­be­din­gun­gen nur schwer über­prü­fen, ob Eichen, Buchen und Lin­den unter erschwer­ten Kli­ma­be­din­gun­gen wachs­tums­fä­hig sind. Aber selbst dann wäre noch nicht gesi­chert, wel­che Mischung von Bäu­men in einem Wald­ge­biet ange­sichts des kom­men­den Wan­dels die bes­ten Aus­sich­ten auf ein lan­ges Leben hat.

Häu­fig wird in die­sem Zusam­men­hang sogar dar­über nach­ge­dacht, Arten ein­zu­füh­ren, die noch nicht in Deutsch­land hei­misch sind. Man erhofft sich für sie näm­lich bes­se­re Über­le­bens­chan­cen in einer ganz­jäh­rig war­men Umge­bung. Letzt­end­lich haben wir uns als Gesell­schaft so lan­ge auf unse­ren Fich­ten-Mono­kul­tu­ren aus­ge­ruht, dass es nun, da die Kata­stro­phe vor der Tür steht, für zeit­in­ten­si­ve Tests lei­der zu spät ist.

Bäu­me sind in jun­gen Jah­ren beson­ders anfäl­lig

Das Sprich­wort „Gut Ding will Wei­le haben“ trifft auf den Wald­bau in beson­de­rem Maße zu. Durch ihr lang­sa­mes Wachs­tum sind Bäu­me gera­de in jun­gen Jah­ren beson­ders anfäl­lig für die Gefah­ren der Natur. Ein hei­ßer Som­mer mit wenig Regen oder ein hung­ri­ges Reh mit viel Appe­tit genü­gen, um in kür­zes­ter Zeit Tot­holz aus einem Setz­ling zu machen. Des­halb ist es gera­de in der ers­ten Lebens­pha­se unse­rer Bäu­me wich­tig, die nöti­ge Pfle­ge­ar­beit zu inves­tie­ren und für aus­rei­chend Schutz vor Wild­ver­biss zu sor­gen.

Zaun in Götteldorf
Bevor die Pflanz­ar­bei­ten begin­nen, muss die Pro­jekt­flä­che ein­ge­zäunt wer­den. Foto: TPP

Wir müs­sen den Bäu­men in jun­gen Jah­ren zur Sei­te ste­hen, damit sie spä­ter mit gerin­gem Pfle­ge­auf­wand über­le­ben kön­nen. Wenn wir unse­re Sache gut machen, wer­den eines Tages unse­re Kin­der die Früch­te unse­rer Auf­fors­tungs­ar­beit genie­ßen kön­nen.

Das TPP-Pacht­mo­dell als Lösungs­an­satz

Bei TPP sind wir uns die­ser Schwie­rig­kei­ten selbst­ver­ständ­lich bewusst. Des­halb gestal­ten wir alle Pro­jek­te so, dass wir unse­re Jung­bäu­me best­mög­lich schüt­zen und das Feh­len von lang­fris­ti­gen For­schungs­er­geb­nis­sen durch unse­re Pflanz­stra­te­gie aus­glei­chen kön­nen. Einen zen­tra­len Aspekt bil­den dabei die Nut­zungs­rech­te bezie­hungs­wei­se Eigen­tums­ver­hält­nis­se bezüg­lich der zu bepflan­zen­den Flä­chen:

Natür­lich freu­en wir uns ganz beson­ders, wenn uns jemand eine Flä­che zur Auf­fors­tung oder Rena­tu­rie­rung schenkt. In die­sem Fall haben wir die vol­le Kon­trol­le und kön­nen uns lang­fris­tig um den Wald küm­mern. Vie­le Flä­chen, die für uns infra­ge kom­men, befin­den sich aber schon seit meh­re­ren Genera­tio­nen in Fami­li­en­be­sitz und sind für die Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer von hohem sen­ti­men­ta­len Wert.

Dar­um bie­tet TPP neben der Land­schen­kung auch ein Pacht­mo­dell an. Kon­kret heißt das, dass TPP Flä­chen für einen sym­bo­li­schen Geld­be­trag pach­tet und auf­fors­tet, ohne selbst Eigen­tü­mer zu wer­den. Damit wir sicher­stel­len kön­nen, dass die Bäu­me im (beson­ders anfäl­li­gen) frü­hen Lebens­sta­di­um die nöti­ge Pfle­ge erfah­ren, haben wir für sol­che Ver­trä­ge eine Min­dest­pacht­dau­er von 30 Jah­ren fest­ge­legt. Danach kann das Pacht­ver­hält­nis, nach Ermes­sen der Eigen­tü­mer, ent­we­der ver­län­gert oder been­det wer­den.

Wie nutzt TPP die­se 30 Jah­re?

Inner­halb die­ser 30 Jah­re sor­gen wir dafür, dass die Wald­flä­che durch Zäu­ne vor Wild­ver­biss geschützt wird und küm­mern uns mit unse­ren Hel­fe­rin­nen und Hel­fern um die Bäu­me. Damit erfährt der Wald auch in Stres­s­pe­ri­oden, zum Bei­spiel bei extre­men Wet­ter­be­din­gun­gen, Unter­stüt­zung. Nur so kann ein star­ker, kli­ma­sta­bi­ler Wald ent­ste­hen.

Bei der Pflan­zung selbst set­zen wir auf eine hohe Viel­falt an Baum­ar­ten. Nicht nur weil Misch­wald im All­ge­mei­nen gesün­der ist, son­dern auch um die Defi­zi­te in der For­schung aus­zu­glei­chen. Loka­le Förs­ter und Forst­ex­per­ten wie die Forst­be­triebs­ge­mein­schaft West­mit­tel­fran­ken unter­stüt­zen uns bei der Aus­wahl der Arten, damit der neue Wald den regio­na­len Gege­ben­hei­ten ange­passt und gleich­zei­tig für die Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels gewapp­net ist.

Wie du uns unter­stüt­zen kannst, erfährst du auf unse­rer Web­sei­te. Kon­tak­tie­re uns ger­ne auch direkt, wenn du Land an uns ver­pach­ten möch­test.

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