Darum ist Aufforstung so wichtig

Die wichtigsten Fakten über Aufforstung

Aufforstung oder Waldschutz? Gezielt pflanzen oder darauf hoffen, dass neue Bäume von selbst entstehen? Das sind Fragen, die gelegentlich kontrovers diskutiert werden. Ganz abgesehen von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist klar, dass Entwaldung – also Rodung durch Trockenschäden oder Borkenkäferbefall – vermieden werden muss. Denn so einfach wie „fällen und dann neu pflanzen“, ist es leider nicht.

TreePlantingProjects bepflanzt Kahlflächen und baut geschädigte Monokulturen zu gesunden Mischwäldern um. Wir haben uns der Aufforstung verschrieben. Was das eigentlich ist, erklären wir euch in diesem Artikel.

Was ist Aufforstung?

Unter Aufforstung versteht man das Pflanzen von Bäumen oder die Aussaat von Bäumen mit dem Ziel, eine Fläche zu bewalden (Erstaufforstung) oder einen Wald wieder herzustellen (Wiederaufforstung).

Aufforstung betreibt man schon seit dem 14. Jahrhundert. Das erste Großprojekt dieser Art war der Nürnberger Reichswald. 

Inzwischen ist Aufforsten sogar gesetzlich vorgeschrieben:

Der Wald soll im Rahmen seiner Zweckbestimmung ordnungsgemäß und nachhaltig bewirtschaftet werden. Durch Landesgesetz ist mindestens die Verpflichtung für alle Waldbesitzer zu regeln, kahlgeschlagene Waldflächen oder verlichtete Waldbestände in angemessener Frist

1. wieder aufzuforsten oder
2. zu ergänzen, soweit die natürliche Wiederbestockung unvollständig bleibt,

falls nicht die Umwandlung in eine andere Nutzungsart genehmigt worden oder sonst zulässig ist.

§ 11 Bundeswaldgesetz (BWaldG)

Damit ist das Aufforsten nach Abholzung, Kahlschlag oder Sturmschäden Pflicht eines jeden Waldbesitzers und jeder Waldbesitzerin.

Welche Möglichkeiten gibt es Wälder aufzuforsten?

Einen Wald kann man aufforsten, indem man neue Bäume sät oder pflanzt. Die Aussaat sorgt in der Regel dafür, dass die Bäume besser anwachsen und gut durchwurzelt sind. Beim Pflanzen entstehen öfter Wurzeldeformationen. Deshalb sollten beim Aufforsten möglichst kleine Pflanzen gewählt werden. Sie sind weniger empfindlich und wachsen besser an. 

Ideal wäre, wenn der Mensch überhaupt nicht Hand anlegen müsste, sondern der Wald selbst dafür sorgt, kahle Stellen aufzuforsten. Diese sogenannte Naturverjüngung, bei der neue Bäume durch den Windflug der Samen der bestehenden Bäume entstehen, hat heute aber kaum eine Chance. Denn das viele Wild in deutschen Wäldern knappert die sprießenden Jungbäume ab, bevor diese zu stattlichen Bäumen heranwachsen können. Das ist auch der Grund, warum hierzulande bei Aufforstungsprojekten meist mit Wildzaun oder Einzelverbisschutz gearbeitet werden muss.

Bei komplett kahlen Flächen kann ohnehin keine Naturverjüngung entstehen, weil keine Natur besteht, die sich verjüngen könnte.

Warum muss man überhaupt aufforsten?

Aufforstungsprojekte werden aus vielen verschiedenen Gründen verfolgt. Ganz klar an erster Stelle: Wald bindet und speichert viel CO₂ und ist deshalb unser wichtigster Verbündeter im Kampf gegen die Klimakatastrophe.

Aber Wald übernimmt noch viel mehr Aufgaben für die Menschheit – von Wasserschutz über wirtschaftliche Funktionen bis zum Erholungsfaktor. Eine Aufforstung verstärkt diese positiven Effekte. Dazu zählen:

  • Verringerung Bodenerosion durch Windschutz, Erhalt der Fruchtbarkeit
  • Erhöhung des Grundwasserspiegels
  • Wiederherstellung der Biodiversität
  • Aufhalten von Desertifikation
  • Vorbeugen gegen Überschwemmungen
  • Lawinenschutz
  • Holzverwertung

Was muss man beim Aufforsten beachten?

Wenn es so einfach wäre, Wald aufzuforsten, dann wäre sicher schon mehr getan worden, oder? Auf der ganzen Welt werden Aufforstungsprojekte betrieben. Allerdings gibt es einiges zu beachten, damit das Pflanzen von Erfolg gekrönt ist.

  • Richtige Bäume für den Standort wählen: Welche Bäume gepflanzt werden sollten, ist abhängig von den Verhältnissen auf der Fläche (Bodenbeschaffung, klimatische Bedingungen). TreePlantingProjects arbeitet bei jeder Fläche mit dem zuständigen Forstamt zusammen, dass einen passenden Arbeits- und Kulturplan ausarbeitet. Außerdem sollten heutzutage natürlich keine Monokulturen mehr angepflanzt werden. Der Wald der Zukunft ist ein klimastabiler Mischwald, der sich aus Bäumen zusammensetzt, die den veränderten Bedingungen besser standhalten. 

  • Richtige Vorgehensweise: Bäume pflanzen will gelernt sein. Es ist keine Wissenschaft, die man jahrelang studieren muss. Aber ohne jegliche Kenntnisse zu pflanzen, ist nicht aussichtsreich. Eine Einweisung ist auf jeden Fall erforderlich. Wichtig ist, dass frische Pflanzen verwendet werden. Das Pflanzloch muss groß genug für den Baum sein. Die Pflanze muss senkrecht in den Boden gebracht werden, die Wurzeln müssen nach unten zeigen und nicht gestaucht oder gedreht werden. Es darf keine Hohlräume im Wurzelraum geben. Wurde das alles beachtet, hat ein Baum gute Chancen, erfolgreich zu gedeihen.

  • Kosten nicht unterschätzen: Klar ist auch: Aufforstung gibt es nicht umsonst. Um einen Wald aufzuforsten, muss man Bäume und Werkzeug kaufen. Der größte Anteil der Kosten der Aufforstung fällt aber auf Forstschutzzäune. Sie sind nicht nur kosten-, sondern auch arbeitsintensiv und müssen in den Folgejahren nach dem Aufstellen häufig repariert werden. Außerdem müssen Jungpflanzen gepflegt werden, z. B. durch ausgrasen, damit sie genug Sonnenlicht erreicht.

Aufforsten als Klimaretter?

Besonders effektiv ist die Aufforstung als Maßnahme für die CO₂-Reduktion in der Atmosphäre in den Tropen. Denn dort wachsen Bäume viel schneller als in unseren Breiten. Da Bäume umso mehr Kohlenstoff binden, je mehr Masse sie haben, – also je älter sie sind – ist die Aufforstung des Regenwalds besonders wichtig. Leider wird aber  besonders viel Regenwald abgeholzt, um darauf Soja oder Palmöl-Plantagen anzubauen.

Klar ist aber auch, dass Aufforstung alleine das Klima auf der Erde nicht retten wird. Nur Bäume zu pflanzen, ohne gleichzeitig klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, ist keine Lösung.

Die Bäume, die wir jetzt pflanzen, können nicht mehr dazubeitragen, dass wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen. Denn bis sie groß genug sind, um nennenswert CO₂ zu speichern, dauert es einige Jahrzehnte. Wer jetzt also Bäume pflanzt, hat die Hoffnung auf ein Ende der Klimakrise noch nicht verloren.

Wie forstet TreePlantingProjects auf?

TreePlantingProjects betreibt Aufforstung. Wie tun wir das? Lies selbst:

  • Wir pachten Wälder zur Aufforstung von Privateigentümer*innen. Sie überlassen uns ihre Fläche für sieben Jahre für eine symbolische Pacht von 1 € pro Jahr. Sie wenden sich an uns, weil sie selbst nicht die nötigen Ressourcen (Zeit, Geld, Expertise) haben, um ihre Wälder selbst aufzuforsten.

  • Wir arbeiten eng mit den örtlichen Förstern und Försterinnen. Sie erstellen für uns einen individuellen Arbeits- und Kulturplan für eine Fläche. So stellen wir sicher, dass wir immer die Baumarten in der Konstellation pflanzen, die die besten Chancen haben, zu gedeihen.

  • Unsere Aufforstungsprojekte finanzieren wir durch Fördermittel des Freistaats Bayern. Für alles drumherum sind wir auf Spenden von Privatpersonen und Unternehmen angewiesen.

  • Wir pflanzen mit freiwilligen Helferinnen und Helfern oder lassen die Aufforstung von einer Baumschule betreiben. Das ist abhängig von unseren Kapazitäten.

Falls du auch einen Wald besitzt, der aufgeforstet werden müsste, erfährst du hier mehr über unser Aufforstungsangebot für Privatwaldbesitzende. Du hast Lust, mit uns zu pflanzen? Melde dich auf unserer Plattform an und tritt einem Projekt in deiner Nähe bei!

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